WordPress war fĂŒr uns lange die richtige Wahl. Heute ist es das gröĂte Angriffsziel im Web, und unsere fĂŒr alle sichtbare Infrastruktur hĂ€ngt dran. Wir planen und testen, ob und wie wir die Flaschenpost auf Static Site Generator + Headless CMS umstellen können, als optionaler Testlauf fĂŒr andere Webseiten. Meeting kommt, Termin folgt. Wer dabei sein will: melden.Â
Die Flaschenpost lĂ€uft auf WordPress und das war 2010 eine gute Entscheidung. Ein Team von rund dreiĂig Leuten, viele ohne tiefen Technik-Hintergrund aber WordPress-Grundkenntnissen aus den Webseiten der Partei, komplexer redaktioneller Workflow, und das alles sollte irgendwie funktionieren ohne dass jemand Vollzeit IT macht. WordPress hat das geleistet. Mit einigen Plugins, sorgfĂ€ltig gepflegt, war es damals kein besonders groĂes Sicherheitsrisiko – und im Interface andern CMS der Zeit klar ĂŒberlegen.
Die Rechnung stimmt heute nicht mehr. WordPress ist inzwischen das meistgenutzte CMS der Welt, und das macht es zum beliebtesten Angriffsziel der Welt. Unsere Plugin-Landschaft, die frĂŒher ĂŒberschaubar war, ist es nicht mehr. Jedes Plugin ist eine potenzielle LĂŒcke, jedes Update ein Risiko, jede vergessene Aktualisierung eine offene TĂŒr. Was frĂŒher kostenlos war, will heute Premium und ist eingeschrĂ€nkt. Dazu kommt der Wartungsaufwand einer Infrastruktur, die permanent Aufmerksamkeit frisst. Aufmerksamkeit, die wir nicht haben. Die vor allem der Sperling nicht hat, der den ganzen „ScheiĂ“ mit der Technik schon lĂ€nger de facto alleine macht.
Was stattdessen?
Die Antwort, auf die sich in der Webentwicklung seit vielen Jahren immer mehr Leute mit Fokus auf Sicherheit einigen, ist: ein Static Site Generator mit einem Headless CMS im RĂŒcken. Kurz: SSG plus Headless.
Was das bedeutet: Das Backend, also das System, in dem Artikel/Benutzer/Workflow geschrieben und verwaltet werden, ist vom Frontend (der sichtbaren Website) entkoppelt. Die Website selbst wird nicht dynamisch aus einer Datenbank zusammengebaut, wenn jemand draufklickt, sondern vorher als fertige HTML-Seiten generiert und dann einfach auf dem Webserver zur VerfĂŒgung gestellt und von dort an alle ausgeliefert. Kein PHP, das zur Laufzeit lĂ€uft und angreifbar ist. Keine Datenbank, die angegriffen werden kann. Keine SicherheitslĂŒcke, die sich durch veraltete oder nicht gepflegte Plugins oder auch im WordPress selbst auftut.
Das Ergebnis wird schneller, sicherer und langfristig erheblich einfacher zu betreiben sein.
Warum jetzt, und warum die Flaschenpost zuerst?
Weil die Ăberlegung, einmal angestellt, nicht bei der Flaschenpost aufhört. Die Partei betreibt eine Reihe von Websites, und auf den meisten davon lĂ€uft dasselbe Problem in verschiedenen Varianten. Wenn wir eine Lösung bauen, die funktioniert, könnte sie fĂŒr alle funktionieren, nicht nur fĂŒr eine.
Als Testfall eignet sich die Flaschenpost besodners gut, weil sie inhaltlich die komplexeste und inhaltsstĂ€rkste Seite ist, die wir haben. Jahrelange Artikel (> 3000 seit 2010), verschiedene Rubriken, Autoren, Podcasts, Medien (> 6000) Live-Ticker, Metadaten. Wenn die Migration hier klappt, klappt sie auch fĂŒr Seiten, die weniger Inhalt haben und sicher auch weniger komplex sind.
Was jetzt passiert
Es soll ein Meeting geben. Termin steht noch nicht fest, wird aber angekĂŒndigt sobald sich ein paar gemeldet haben die helfen können oder interessiert sind mitzumachen. Umfrage dazu auf Nuudel. Gebt dort an wer ihr seid und in welcher Rolle ihr dabei sein wollt. (Name und „technisch, redaktionell, zuhörend“). Wer zu den Terminen nicht kann kann den „Artikel nach dem Termin ĂŒber den Termin“ lesen oder sich einfach so melden – wir werden ein Protokoll erstellen das sicher mehr Details haben wird als der Artikel.
Das Meeting ist fĂŒr zwei bzw. drei Gruppen gedacht: fĂŒr alle, die technisch mitarbeiten können und wollen und fĂŒr alle, die spĂ€ter redaktionell mit einem neuen System (auch auf andern Seiten der Partei falls das rund lĂ€uft) arbeiten werden und verstehen wollen, was da eigentlich passiert und fĂŒr diejenigen, die „nur“ zuhören und sich ein Bild machen will (euch bitte ich wenn möglich nur zuhören *zwinker*). Wir reden darĂŒber, was Sinn macht, welche Werkzeuge in Frage kommen und wie der Umbau aussehen könnte. Danach testen wir, und dann bauen wir.
Julian (Chefredakteur)
Sperling und Holger (stellv. Chefredakteure)
P.S. An dieser Stelle nochmal gesagt: Wer in der Flaschenpost mitarbeiten will und kann -> https://die-flaschenpost.de/mitmachen/

Hauptsache es fĂ€llt dabei weiterhin noch ein RSS-Feed raus – offene Standards und so
Klar, ist im Plan. Soll ja nicht schlechter werden sondern mindestens was wir haben, lieber besser đ
Können wir dann noch kommentieren ?
Ja, das ist vorgesehen. Da wir ja Kommentare moderieren (gibt zu viel Irre im Netz, geht nicht anders) wird sich der Workflow hier nicht viel Àndern. Manchmal sehr schnell, mal auch Stunden spÀter. Wie wir Zeit haben