An: Unseren Bundeskanzler Friedrich Merz
Von: Seinen treuesten Anhängerinnen und Anhängern, Stammtisch „Christliche Mitte“ Arnsberg-Hüsten e.V.
Datum: 13. August 2026
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, lieber Friedrich,
wir schreiben Dir heute einen Brief, der eigentlich kein Brief über Dich ist, sondern über Deine Wirtschaftsministerin. Wir hoffen, das ist in Ordnung. Wir haben beim letzten Stammtisch so lange über Frau Reiche gesprochen, dass wir irgendwann gemerkt haben, dass wir eigentlich Ihr schreiben müssten, aber du bist ja Ihr Chef, und weil sonst das Gespräch einfach in der Luft hängt schr
eiben wir dir.
Wir stehen hinter Dir. Das sagen wir vorweg, weil es wichtig ist, das vorwegzusagen, wenn man dann etwas sagt, das vielleicht nicht ganz so klingt.
Zur Frage des Heizungshammers, der jetzt weg ist
Wir erinnern uns gut an die Jahre, in denen das Heizungsgesetz der Ampelregierung die Menschen aufgeregt hat. Die „BILD“ hatte damals vom Heizungshammer geschrieben, und wir fanden das ein gutes Wort, weil es sich anfühlte wie ein Hammer. Gasheizungen verboten, hieß es. Bis zu 100.000 Euro Kosten. Wer seine alte Heizung nicht sofort tauschte, dem drohten Strafen. Karl-Heinz hatte damals Angst, dass seine Gasheizung von heute auf morgen illegal werden würde, und er war nicht der Einzige.
Gerhard hat dann aber etwas vorgelesen, das wir zunächst nicht glauben wollten. Forscher der Universität Oxford und des Öko-Instituts haben 333 Bild-Artikel aus dieser Zeit ausgewertet und festgestellt, dass das Schlagwort „Heizungsverbot“ sachlich falsch war. Das Gesetz von damals hat keine bestehenden Heizungen verboten. Es hat keine funktionierenden Heizungen verboten. Es hat nicht einmal neue Gasheizungen sofort verboten. Es hat gesagt, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen – mit Übergangsfristen, Härtefallregelungen und einer Förderung von bis zu 70 Prozent für den Umstieg.
Karl-Heinz hat gefragt, ob das bedeute, dass er damals unnötig Angst hatte. Gerhard hat sehr lange geschwiegen. Dann hat er gesagt ja, aber das Gesetz sei schlecht kommuniziert worden. Karl-Heinz hat genickt und nicht weitergefragt.
Wir haben dann noch besprochen, ob die Kampagne trotzdem richtig war, weil sie das Gesetz zu Fall gebracht hat, das wir für falsch hielten. Gerhard hat gesagt, das sei eine schwierige Frage. Wir haben beschlossen, sie nicht weiter zu vertiefen, weil man manchmal einfach akzeptieren muss, dass der Zweck die Mittel heiligt da das Ergebnis jedenfalls stimmt.
Jetzt, am 29. Juli 2026, ist das Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft getreten. Der Hammer ist weg. Man darf wieder Gas- und Ölheizungen einbauen, ohne Quote, ohne Zwang, einfach so. Frau Reiche hat gesagt, das sei „Klimaschutz wieder alltagstauglich“ und stehe für „weniger Ideologie, mehr Pragmatismus“.
Karl-Heinz hat das gelesen und dann sehr lange auf seine Heizung geschaut. Sie ist 22 Jahre alt. Er hat einen Zettel angefangen, auf dem er Vor- und Nachteile aufschreibt. Auf der Seite der Vorteile stehen viele Punkte. Auf der anderen Seite standen nach dem letzten Stammtisch mehr als vorher. Aber dazu kommen wir noch.
Zur Frage von Frau Reiche und dem Gas
Gerhard hatte sich, wie immer, vorbereitet. Er hatte etwas herausgefunden, das er uns mitteilen wollte, und er hat es mitgeteilt, ruhig, wie er immer spricht, obwohl man merkte, dass er nicht ganz sicher war, wie wir reagieren würden.
Frau Reiche war bis April 2025 Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG. Das ist eine Tochter des Energiekonzerns E.ON. Westenergie ist, laut Gerhard, einer der größten Gasnetzbetreiber Deutschlands. Dann wurde sie Wirtschafts- und Energieministerin. Dann hat sie das neue Heizungsgesetz gemacht, das Gasheizungen wieder dauerhaft erlaubt.
Gerhard hat das vorgelesen. Dann hat er noch etwas vorgelesen. Im April dieses Jahres hat Frau Reiche auf einer Pressekonferenz erklärt, Westenergie betreibe kein Gasgeschäft. Er hat den Satz zweimal gelesen. Beim zweiten Mal langsamer. Dann hat er seinen eigenen Zettel herausgenommen, auf dem stand, dass Westenergie 38.000 Kilometer Gasnetz betreibt.
Karl-Heinz hat gesagt, das sei ungefähr einmal um die Erde. Gerhard hat genickt. Wir haben dann versucht zu erklären, was Frau Reiche gemeint haben könnte, denn wir sind keine Leute, die sofort das Schlechteste annehmen. Vielleicht hatte sie Infrastruktur und Gasgeschäft unterschieden, weil ein Netz ja nur eine Röhre ist und keine Energie. Vielleicht hatte sie an einem langen Tag nicht genau aufgepasst. Vielleicht hatte der Journalist falsch zitiert.
Gerhard hat gesagt, er habe das Transkript gelesen. Wir haben dann nichts mehr erklärt.
Zur Frage der Biotreppe
Karl-Heinz hatte vorher zu Hause einmal nachgelesen, was eine Biotreppe ist, und er hatte es nicht ganz verstanden, also hat er Gerhard gebeten, es zu erklären. Gerhard hat erklärt, dass ab 2029 dem Gas oder Öl in Heizungen ein wachsender Anteil Biomethan beigemischt werden muss. Erst zehn Prozent, dann mehr, bis 2045 alles klimaneutral sein soll.
Karl-Heinz hat gefragt, was Biomethan eigentlich sei. Gerhard hat erklärt, es sei Methan, das aus organischen Stoffen gewonnen wird — aus Gülle, Mist, Pflanzenresten. Chemisch sei es identisch mit Erdgas. Dieselbe Formel, dasselbe Molekül, dieselbe Verbrennung. Es brenne genauso, es heize genauso, es stoße beim Verbrennen genauso CO₂ aus. Der Unterschied liege nur in der Herkunft.
Karl-Heinz hat eine Weile nachgedacht. Dann hat er gefragt, ob das bedeute, dass man genau dasselbe tue wie vorher, nur mit einem anderen Zettel dran. Gerhard hat gesagt: „Im Prinzip.“ Karl-Heinz hat genickt und gefragt, ob das Gas dann noch Gas sei. Gerhard hat gesagt, es sei dann Gas mit einem kleinen Teil Gas aus einer anderen Quelle. Karl-Heinz hat gefragt, ob es genug Biomethan gebe. Das war eine Frage, die Gerhard vorbereitet hatte, weil er ahnte, dass sie kommen würde.
Er hat seinen zweiten Zettel rausgenommen. Deutschland produziert derzeit etwa 13 Terawattstunden Biomethan pro Jahr. Der Bedarf allein für den privaten Wärmesektor, also fürs Heizen und warmes Wasser, liegt bei ungefähr 200 Terawattstunden. Und das sei, sagte Gerhard, nur der theoretische Bedarf heute, ohne die neuen Gasheizungen, die jetzt gebaut werden dürfen. Und ohne die Industrie, dafür braucht mal über 800 Terawattstunden
Karl-Heinz hat gefragt, woher der Rest kommen soll. Gerhard hat gesagt, man könne es importieren oder mehr anbauen. Er hat dann noch vorgelesen, was eine Studie errechnet hat: Wenn man genug Biomethan für alle Gasheizungen erzeugen wollte, bräuchte man dafür mehrals die gesamte deutschen Ackerfläche. Nur für Mais, aus dem man das Biomethan macht.
Karl-Heinz hat sehr lange nichts gesagt. Dann hat er gefragt, ob das dann noch Platz lasse für Kartoffeln. Gerhard hat gesagt, das sei nicht der Punkt. Karl-Heinz hat genickt und angefangen, auf seinem Zettel zu rechnen. Er hat den Zettel nach einer Weile umgedreht und nicht mehr weitergerechnet.
Wir haben beschlossen, dass die Biotreppe ein vernünftiger Kompromiss ist, weil man irgendwo anfangen muss. Manchmal muss man eine Treppe bauen, auch wenn man noch nicht genau weiß, ob oben genug Platz ist.
Brigitte hat gesagt: „Das ist keine Treppe. Das ist eine Tür, die auf eine Mauer gemalt ist.“ Gerhard hat angefangen: „Also…“
Brigitte hat gesagt: „Gerhard.“ Gerhard hat aufgehört.
Zur Frage, ob das gut oder schlecht ist
Das ist das Kapitel, das wir am längsten besprochen haben, und wir schreiben es so genau auf, wie wir können, auch wenn es nicht leicht zu schreiben ist. Brigitte hatte bis zu diesem Punkt wenig gesagt, aber man merkte, dass sie sich etwas aufgespart hatte. Sie hat nicht gewartet, bis jemand aufgehört hat zu sprechen. Sie hat einfach angefangen.
Sie hat gesagt, sie wolle noch einmal zusammenfassen, was der Abend ergeben habe. Eine Frau, die bis letztes Jahr das größte Gasnetz Deutschlands geleitet hat, hat auf einer Pressekonferenz gesagt, ihr ehemaliges Unternehmen betreibe kein Gasgeschäft. Dann hat sie ein Gesetz gemacht, das neue Gasheizungen dauerhaft erlaubt. Und dieses Gesetz soll durch eine Biotreppe aus Biomethan klimaneutral werden, obwohl es in ganz Deutschland nicht annähernd genug Biomethan gibt und die Flächen, um es anzubauen, auch nicht vorhanden sind.
Karl-Heinz hat gesagt, man könne es ja importieren. Brigitte hat ihn angeschaut. Nicht so, wie man jemanden anschaut, der etwas Falsches sagt. So, wie man jemanden anschaut, der etwas sehr sehr dummes sagt.
Sie hat weitergesprochen. Sie hat gesagt, dass in diesem Sommer 5.100 Menschen in der Hitzewelle gestorben seien. Dass der Kanzler damals „gegebenenfalls“ gesagt habe. Und dass dasselbe Kabinett jetzt beschlossen habe, dass weiter mit Gas und Öl geheizt werden darf, mit einer Biomethan-Treppe, die nicht funktionieren kann, als Trostpflaster. Und dass die Frau, die das entschieden hat, vorher das Unternehmen geleitet hat, das von dieser Entscheidung am meisten profitiert.
Gerhard hat gesagt: „Man kann nicht einfach sagen, sie lügt.“ Brigitte hat gesagt: „Sie hat gesagt, Westenergie betreibe kein Gasgeschäft. Westenergie betreibt 38.000 Kilometer Gasnetz.“ Eine Pause. „Das ist eine Lüge.“ Giorgios, der gerade die vierte Runde Ouzo brachte, stimmte ihr zu und benutze ein Schimpfwert, das wir nicht buchstabieren können weil es griechisch war.
Gerhard hat nichts gesagt. Karl-Heinz hat seinen Zettel genommen, die Seite mit der Gasheizung oben, und ihn sehr langsam zusammengefaltet. Er hat ihn nicht weggeworfen. Er hat ihn in die Jackentasche gesteckt, nicht in die Klarsichthülle.
Wir haben beschlossen, diesen Teil des Abends aufzuschreiben, auch wenn wir nicht sicher sind, ob wir die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Brigitte hatte recht mit den Zahlen. Das können wir nicht bestreiten. Ob sie auch recht hat mit dem, was sie daraus macht, das wissen wir nicht. Wir sind keine Experten.
Gerhard hat sehr leise gesagt: „Ich glaube, sie hat recht.“ Wir haben ihn nicht gefragt, was genau er damit meint.
Zum Schluss
Wir stehen hinter Dir. Das ist unsere Grundhaltung, und wir zweifeln nicht daran. Aber wir möchten Dir ehrlich sagen, dass dieser Abend schwerer war als die anderen. Nicht weil Brigitte laut geworden wäre. Sie war nicht laut. Das wäre einfacher gewesen. Sie war ruhig und sie hatte die Zahlen, und am Ende hat selbst Gerhard gesagt, er glaube, sie habe recht, und dann haben wir alle auf den Tisch geschaut, auf dem keine Zahlen mehr lagen, weil Gerhard seinen Zettel eingepackt hatte.
Wir schreiben diesen Brief an Dich, weil Frau Reiche Deine Ministerin ist. Du hast sie ausgewählt. Du hast sie im Juli, als Du das Kabinett umgebaut hast, noch einmal ausgewählt. Das Gesetz trägt ihren Namen, aber es trägt auch Deinen, und wir finden, das sollte man sagen dürfen, weil wir keine Leute sind, die so tun, als ob ein Kanzler für das, was seine Minister tun, nicht verantwortlich wäre.
Karl-Heinz wird keine Gasheizung kaufen. Er hat das nicht gesagt, aber er hat den Zettel zusammengefaltet. Wir kennen Karl-Heinz. Und Brigitte hat am Ende des Abends die Jacke vorzeitig angezogen und ist gegangen. Sie hat sich nicht verabschiedet, Sie ist an der Tür aber noch einmal kurz stehengeblieben, so als ob sie noch etwas sagen wollte. Dann hat sie es nicht gesagt und ist gegangen. Wir haben ihr nachgeschaut. Karl-Heinz hat dann seinen Zettel aus der Tasche geholt, zerknüllt und in den Aschenbecher „gelegt“.
In herzlicher Verbundenheit und mit freundlich-konservativem Gruß,
Der Stammtisch „Christliche Mitte“ Arnsberg-Hüsten e.V.
(Mitgliederzahl: stabil, Überzeugung: stabil)
P.S.: Brigitte grüßt. Sie hat es gesagt, bevor sie die Jacke angezogen hat. Danach hat sie noch etwas gesagt, das wir nicht aufschreiben. Wir waren uns nicht einig, ob wir es aufschreiben sollten, und wenn man sich nicht einig ist, schreibt man es lieber nicht auf. Das ist unsere Regel.

Das kommunistische Nordkorea will 1000 Ballistische Raketen schicken und 50.000 Truppen um in der Ukraine Europäische Städte anzugreifen. Die Deutschen Parteien so: Egal, lass uns mal noch etwas mehr Zeit mit uns selbst und unserem Gezänke vertreiben. Danach jammern wir über die Hitze und das wir keine Klimaanlagen haben.
Das dann tausende Ukrainische Zivilisten und Soldaten im Nordkoreanisch Russischen Raketenhagel sterben um Europa zu verteidigen. Egal, lass uns lieber noch ein wenig Zanken und Zetern.
Mal gucken was dann passiert wenn die ersten Raketen auf Berlin fliegen !