Wir kennen sie, die Phrasen, die Abgeordnete gerne von sich geben: Der demografische Wandel zwingt uns …, derzeit ist Atomstrom unverzichtbar …, die Erblast der Vorgängerregierung …, so begrenzen wir die Ausgabensteigerung und immer wieder dient der rechtsfreie Raum Internet als Schreckgespenst. Oft ahnt auch der Laie nach wenigen Sätzen die Ahnungslosigkeit, mit der manche Politiker ihre Erkentnisse propagieren.
Umso erfreulicher ist es, dass das hohe Haus in Berlin sich dem Thema LAN-Party nun von der praktischen Seite her nähert. Die Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (CSU), Manuel Höferlin und Jimmy Schulz (jeweils FDP) laden ihre Kollegen zu einer LAN-Party im Herbst ein. Laut Presseberichten wollen die Organisatoren zeigen, dass Computerspiele nichts mit Gewaltexzessen zu tun haben. Da alle 622 Abgeordneten älter als 18 sind, stehen nicht nur Sport-, Strategie- und Geschicklichkeitsspiele zur Wahl, sondern auch First-Person-Shooter.
Wir wissen nicht, ob es fraktionsübergreifende Clans geben wird. Wir wissen nicht, ob Doom auch im Bundestag Anhänger hat. Wir wissen nicht, ob Herr zu Guttenberg dann zur BFG9000 greift. Wir wünschen den Abgeordneten viel Spaß bei der LAN-Party. Und für die Zeit danach wünschen wir uns fundiertere Stellungnahmen zum Thema Computerspiele.
