Österreich unterscheidet sich in vielen kleinen Dingen von Deutschland. So schließen dort die Wahllokale bereits um 17 Uhr. Die Hürde, die das Parlament vor zu vielen Kleinparteien schützt, beträgt 4%. In vielen großen Dingen ähneln sich Österreich und Deutschland wiederum: In Wien sieht es wie in Berlin nach einer großen Koalition aus und hier wie dort konnten die Piraten keine Sitze erringen. In einem Aspekt hat Berlin dann doch die Nase vorn: während die Rechtspopulisten in Deutschland an der 5%-Hürde scheiterten holten die Populisten in Österreich zusammen 30%.

Die Regierung wird wahrscheinlich aus einer großen Koalition aus der christdemokratischen ÖVP (23.8%) und der sozialdemokratischen SPÖ (27.1%) gebildet. Die FPÖ, man erinnert sich an Jörg Haider, konnte 21.4% holen, die Grünen schafften 11.5%. Das Team Stronach (Frank) liegt bei 5.8%. Mit einem Wahlkampfbuget von 25 Mio Euro vom Parteigründer Stronach wurden 239.000 Stimmen geholt. Also rund 100 Euro pro Wähler. Die 2012 gegründeten NEOS, mit deutschen Parteien verglichen eine Mischung aus der hessischen CDU und der FDP, holten 4.8%. Die BZÖ, eine Absplitterung vom rechten Rand der FPÖ scheiterten mit 3.6%. Die Kommunisten bekamen 1% und wir Piraten 0.8%.
Das Ergebnis von unter 1% muss als schlecht bezeichnet werden. Schon die Sammlung der Unterstützerunterschriften um zur Wahl überhaupt zugelassen zu werden gestaltete sich schwierig. Immerhin machten 33.000 Wähler ihr Kreuz bei den Piraten mit ihren knapp 1000 Mitgliedern. Mit gerade 8000.- Euro Wahlkampfbudget nehmen Österreichs Piraten eine Spitzenpositionen im Bereich „Effizienz“ ein.
