
Zu behaupten, dass es im Gebälk der Piratenpartei knirscht wäre eine Untertreibung dessen, was gerade vor sich geht. Zwei Seiten, oder sagen wir ruhig „Flügel“, haben ganz unterschiedliche Vorstellungen, wo die Piratenpartei zukünftig ihren Platz im politischen Spektrum einnehmen soll. Die einen leiten ihre Positionen aus dem Menschenbild ab, die anderen hinterfragen die bestehenden Machtverhältnisse.
Da gibt es zum einen den sozialliberalen Flügel. Themen wie “Bürgerrechte in der digitalen Welt” und die Ideale der französischen Revolution “Liberté, Egalité, Fraternité” haben hier einen hohen Stellenwert. Für die Anhänger dieses Flügels ist die Piratenpartei eine
freiheitliche Partei, gleichwohl mit einer wichtigen sozialen Komponente, die für eine verantwortungsvolle Politik unerlässlich ist. Das Handeln ihrer Verfechter orientiert sich an den Idealen der Freiheit, der Chancengleichheit, der Solidarität und dem Menschen als Maß aller Dinge.
Sie wollen Reformen durchführen, um die Politik an die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts anzupassen.
Die andere Seite stellt die Frage „wer hat eigentlich die Macht“ und wendet die Fragestellung auf piratige Positionen an. Bei Datenschutz bedeutet das beispielsweise: Wer kontrolliert welche Information? Bei Immaterialgütern sehen sie ein Informations- und Machtungleichgewicht. Die Anhänger dieses Flügels hinterfragt die Macht über den Zugriff auf gesellschaftliche Ressourcen und fordert einen gerechten Zugang zu Wissen, Bildung und ein Mehr an Demokratie. Es geht ihnen nicht nur um gleiche Chancen, sondern um gleiche Möglichkeiten
Für die Flaschenpost stellen Aleks Lessmann und Fabio Reinhardt ihre Schwerpunkte vor und zeigen, auf welchen Gebieten die Piratenpartei in der Zukunft ihren Schwerpunkt legen könnte.
