15. April 2024

Was eine Wahl vom Roulettespiel unterscheidet

Eine Parlamentswahl ähnelt auf den ersten Blick einem Roulettespiel: Nur "schwarz" und "rot" sind sichere Tipps. Doch wer nicht nach seiner politischen Überzeugung wählt verliert nicht seine Stimme, nein, er verrät sie.

1 thought on “Was eine Wahl vom Roulettespiel unterscheidet

  1. Hier redet der Autor pro domo, denn die PIRATEN gehören ja mittlerweile zur den „Kleinen“ unter Sonstige. Das sei dem Autoren nicht verwehrt und ist auch nicht unehrenhaft. Wer sind denn die Kleinen? Die anderen „Kleinen“? Zum Beispiel die ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei – https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologisch-Demokratische_Partei), eine bürgerliche Abspaltung der GRÜNEN, die seit Menschengedenken bei 0,3% dahin vegetiert. Oder die V-Partei [hoch 3] (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer – https://de.wikipedia.org/wiki/V-Partei%C2%B3). Wer glaubt, mit veganem Denken weiter zu kommen, bitteschön. Oder wer „Teil der Rebellion“ werden will, für den ist vielleicht die MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands – https://de.wikipedia.org/wiki/Marxistisch-Leninistische_Partei_Deutschlands) das Richtige. Dann gibt es noch die AKP- und Erdogan- nahe ADD (Allianz Deutscher Demokraten – https://de.wikipedia.org/wiki/Allianz_Deutscher_Demokraten), die übrigens mit dem Konterfei des türkischen Präsidenten auf ihren Plakaten wirbt (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2017-kleinpartei-wirbt-in-nrw-mit-recep-tayyip-erdogan-a-1166884.html). Kann man auch haben – wenn man Demokratie à la turca will. Die Liste ließe sich fortsetzen. Immerhin sind 42 (sic!) Parteien zur Bundestagswahl am 24. September zugelassen.

    Wenn wir der Einfachheit halber vom 600 statt 598 Bundestagssitzen ausgehen und von 61,5 Millionen Stimmberechtigten (https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2017/01_17_wahlberechtigte.html), dann kommt theoretisch ein Sitz auf 102.500 Stimmen. Das kommt wundersam ungerundet heraus. Bekämme (bei einem entsprechenden Wahlverfahren) eine Partei jedoch nur 102.499 Stimmen, fielen die hinter hinunter. Redeten wir dann immer noch von einer „Benachteiligung der kleinen Parteien“? Und wollen wir all diese „Kleinen“ mit ihren zum Teil verqueren Ideen wirklich im Wahlkampf hören? Im Fernsehen sehen? In den Wahlkampfspots und den Talkshows? Das ist doch auch so schon nahe an der Grenze zur Unerträglichkeit. Oder wollen wir etwa 30 Parteien im Bundestag, 23 davon mit nur einem Abgeordneten vertreten? Wäre der Demokratie damit gedient? Nein.

    Man sollte so eine Klage über Benachteiligung schon einmal konsequent zu Ende denken, bevor man zu schreiben beginnt. Und dann bliebe ja auch noch zu hinterfragen, wie dieser Artikel sich mit dem Flaschenpost-Artikel „Bewahrt uns vor einem ausufernden Bundestag und vor der Benachteiligung kleiner Parteien“ desselben Autoren verträgt (https://die-flaschenpost.de/2017/08/14/bewahrt-uns-vor-einem-ausufernden-bundestag-und-vor-der-benachteiligung-kleiner-parteien/). Denn es scheint doch, dass er jetzt der Abschaffung der 5%-Hürde das Wort redet.

    Oder sind die PIRATEN einfach eine von den „besseren“ Kleinen, die wegen dieser Selbsteinschätzung (mehr) Gehör verdient?

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