15. April 2024

Warum ist die Ernährungssicherheit in Ägypten und der Türkei stärker gefährdet als in Europa?

Während Europa trotz der anhaltenden russischen Aggression in der Ukraine in Bezug auf die Lebensmittelversorgung sicher ist, haben einige benachbarte Länder weniger Glück. Länder wie die Türkei und Ägypten, die größtenteils oder vollständig von russischen und ukrainischen Getreideeinfuhren abhängig sind, spüren bereits die schmerzhaften Auswirkungen dieses Konflikts. Warum diese Länder - und wie die EU ihnen helfen kann - lesen Sie im folgenden Artikel!

3 thoughts on “Warum ist die Ernährungssicherheit in Ägypten und der Türkei stärker gefährdet als in Europa?

  1. Der Artikel strotzt nur so vor Fehlern.

    1. Öko-Anbau hat durchschnittlich 50% weniger Ertrag als konventioneller Anbau; um eine gegebene Anzahl Menschen zu ernähren, braucht man also die doppelte Fläche. Das ist das Gegenteil von wünschenswert, wenn wertvolle Anbauflächen durch einen Krieg nicht genutzt werden können.

    2. Nein, was im Trog landet, kann nicht auf den Teller: Das sind Nebenprodukte, die bei der Nahrungsmittelproduktion anfallen, aber für uns unverdaulich sind (Beispielsweise Kleie – für uns ein Abführmittel, für Rinder wertvolles Eiweißfutter; Schlempe – der Rest aus der Bierbrauerei; Anteile von Heu und Stroh, Rübenschnitzel – der Rest aus der Zuckerproduktion, etc.,etc.), minderwertige Produkte wie Schmachtkorn, Getreide mit zu niedrigem Eiweißgehalt (nicht backfähig!), Heu und Klee, die während der Brache auf Feldern gesät werden, um Bodenerosion zu verhindern, etc.. Jedes Kilogramm Nahrungsmittel für Menschen erzeugt AUTOMATISCH 3 – 4 Kilogramm Futtermittel; das lässt sich nicht verhindern. Diese nicht zu nutzen wäre die wahre Verschwendung.

    3. Viele Flächen lassen sich nur durch Tiere sinnvoll nutzen; dort wächst aufgrund Klima, Bodenbeschaffenheit, etc. nichts anderes als Viehfutter. Ohne Tiere würden diese Flächen keine pflanzlichen Nahrungsmittel erzeugen, sondern würden komplett für die Nahrungserzeugung wegfallen.

    4. Neben Milch, Fleisch und Eiern erhalten wir von Tieren auch wertvollen Dünger. Im Ökolandbau sind deshalb 1,5 – 2 GVE/ha Vorschrift, um ausreichend Dünger für die Felder zu haben. GVE ist eine Umrechnungseinheit und entspricht 500 kg lebendem Tier. In Deutschland haben wir bereits nur 1,1 GVE/ha im Durchschnitt – eine weitere Reduzierung würde bedeuten, noch mehr Kunstdünger einsetzen zu müssen. Dieser ist aber von endlichen Ressourcen abhängig, und erfordert hohen Energieaufwand. Kein guter Plan, wenn man weniger Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen will. Nein, unsere Böden sind auch nicht überdüngt; der Nitratgehalt des Grundwassers SINKT schon seit den 1980ern stetig.

  2. Schade das in diesem Artikel die Ursache für die Misere in Ländern wie Ägypten, Libanon, Pakistan usw. nicht im Ansatz analysiert wurde.

    Ägypten ist ein Islamisches Land und der dortige Klerus predigt ja den Leuten das die sich immer weiter vermehren sollen. Ein Land das fast nur aus Wüste besteht kann aber natürlich nur begrenzt Nahrung produzieren. Die Bevölkerung wächst dort aber exponentiell. siehe Destatis:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/261548/umfrage/gesamtbevoelkerung-von-aegypten/#:~:text=%C3%84gypten%20setzt%20sein%20rasantes%20Bev%C3%B6lkerungswachstum,rund%2037%20Millionen%20Einwohner%20erh%C3%B6ht.

    Klar das dann der Anteil an Nahrung der Importiert werden muss eben auch exponentiell immer weiter anwächst. Dann braucht es nur noch einen Putin, den Klimawandel oder andere Gründe für Logistik Ausfälle und es gibt dort Hungersnöte wie zu biblischen Zeiten…. Mit Revolutions Risiko und co… Der Islamische Staat und Al Qaida dürften sich über solche Unruhen sicherlich sehr freuen.

    Aber auch hier gilt, ein Land hätte eigentlich die Verantwortung dafür zu sorgen das die Bevölkerung nicht stärker steigt als wie Sie ernährt werden kann. In den Islamischen Ländern wird aber aus religiösen Gründend das genaue Gegenteil betrieben, das MUSS ZWANGSLÄUFIG früher oder später zum selbst verschuldeten Kollaps führen. Allerdings darf man das ja kaum kritisieren, weil wer die Islamischen Dogmen kritisiert wird ja schnell in die Rassisten + AfD Ecke abgestempelt….

  3. Ich bin immer dafür, neue Möglichkeiten zu denken und Altbewährtes zu überprüfen.
    Daher ein paar Anmerkungen zu dem Thema:
    1) Der Hektarertrag von Getreide ist bei konventionellem Anbau sehr (!) viel höher als bei biologischem Landbau; so viel mehr, dass unter dem Strich selbst die Klimabilanz des Ökoanbaus schlechter ist als die des konventionellen Anbaus. D.h. mit konventionellem Anbau könnten wir sowohl das Klima schonen als auch zur Beseitigung des hungers beitragen – stattdessen wird jedoch die Umstellung auf biologischen Getreideanbau forciert (Welt vom 3.10.2021″Öko-Landwirtschaft Bio-Lebensmittel sind nicht automatisch gut fürs Klima”).
    2) Wir sind einer der größten Exporteure von Fleisch, besonders von Schweinefleisch (zunehmend nach China) aber auch in wachsendem Maße von Hähnchenfleisch (in islamische Länder). Der Fleischverbrauch in Deutschland sinkt seit Jahren ständig – d.h. alle Apelle, weniger Fleisch zu essen, ändern nichts, solange wir weiter immer mehr exportieren.
    3) Eines der immer noch größten Probleme wenn es um Umwelt oder Hungerbekämpfung geht, wird weitgehend verschwiegen: das Bevölkerungswachstum, vor allem in Afrika. Seit den 60er jahren haben sich gerade in den ungünstigsten Gebieten (z.B. Sahel) die Bevölkerung teilweise verfünfzigfacht (!!). Wenn wir uns vorstellen, ein solches Bevölkerungswachstum hätte es auch nur annähernd in Deutschland gegeben, hätten auch wir eine Hungersnot. Andererseits wird Drängen in Richtung Geburtenkontrolle als Eingriff in die staatliche Souveränität und in Religion und Kultur gesehen. Wenn man aber z.B. Entwicklungshilfegelder an Fortschritte im Bereich Geburtenkontrolle koppeln würde, wäre langfristig sehr geholfen.
    4) Gegen Verarmung von lokalen Bauern würde z.B. die Züchtung von Open-Source-Getreide helfen, das hohen Ertrag zu geringen Kosten bedeuten würde (da z.B. das geerntete Getreide als Saatgut weiterverwendet werden dürfte) – einer der Vorschläge der Piratenpartei.
    5) Kurzfristig gegen die Kriegsfolgen hilft nichts, was hier vorgeschlagen wird: Das Getreide, das in diesem Jahr zur Ernährung gebraucht wird, ist zumindest gesät, zum großen teil bereits geerntet (oder durch den Krieg vernichtet), die Tiere, die dies Getreide zum Teil fressen, sind bereits geboren, landwirtschaftliche Betriebe können nicht von jetzt auf gleich umstellen. Möglicherweise könnte helfen, wenn die EU große Mengen (geeigneten) Saatguts kauft und den betroffenen Ländern umsonst zur Verfügung stellt. Oder eventuell vorhandene Vorratsspeicher aufgelöst werden. Oder Flächenstillegungen von für Landwirtschaft geeigneten Flächen rückgängig gemacht werden.
    6) Vor ca. 50 Jahren wurde im Report “Global 2000” als größte Gefahr für das Weiterexistieren der Menschheit die Bevölkerungsexplosion gesehen. Dies sowohl wegen entstehender Hungersnöte als auch wegen Ressourcenverbrauch (auch die Menschen in Afrika und Asien streben nicht Genügsamkeit sondern ein westliches Lebensniveau an), Kriegen um Wasser usw. Damals gab es gut 3 Mrd. Menschen, die absolute Grenze wurde bei (nach meiner Erinnerung) ca. 6 Mrd. gesehen. Heute haben wir mehr als 8 Mrd. Menschen, mit 12 Mrd. wird gerechnet. Noch weitere Fragen zur Zukunft des Planeten?

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